Fachwissen der Reseller versus schlechtes Design im Haushalt
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Wenn die Steckbuchsen beim neuen LCD-TV nicht zugänglich sind, das Gehäuse das Wohnzimmer verschandelt oder die Menüführung als Prüfungsaufgabe gelten kann - dann können Kunden ganz schön ungemütlich werden. Reseller sind zwar für die Designsünden nicht verantwortlich, können aber künftig dazu beitragen, sie abzustellen.
Tägliche Praxis
Wer IT- und CE-Produkte verkauft, der braucht keinen weltweiten Aktionstag, sondern der kann täglich erleben, wie Produkte möglicherweise vordergründig „schön“, aber in der Praxis dann doch am Nutzer vorbei designt worden sind. Während die CE-Kooperationen hier mit großem Know-how die Produkte auswählen, die gelistet werden, und den Mitgliedern dadurch einigen Kummer ersparen, sind „Einzelkämpfer“ oft darauf angewiesen, sich auf Messen einen schnellen Eindruck zu verschaffen oder eines der wenigen Demoprodukte zu ergattern, um selbst Erfahrungen im Umgang mit den Produkten zu sammeln oder es dem Kunden zum Test zu überlassen.
Wenn dann am Ende die Erkenntnis steht, dass das Produkt besser zurückgegeben wird, weil es
Kritikpunkte gibt, dann zeigt sich oft, dass solch ein Feedback kein Gehör findet. Denn im optimierten Sales-Prozess sind Feedback-Schleifen nicht vorgesehen, Fehleranalyse, die sich nicht auf technische Funktion bezieht, sondern eher als „Beschwerdemanagement“ geführt werden müsste, gibt es kaum noch.
Wertvolles Wissen
Dabei ist dieses Know-how, das sich aus täglicher Praxis mit den Produkten und dem Dialog mit den Kunden über Anforderungen und seine Erfahrungen speist, eigentlich ein Goldschatz für Hersteller, die viel Geld in das Design ihrer Produkte stecken.
Heben will diesen Schatz ein dänisches Designbüro, das alle Arten von Gebrauchsgegenständen entwickelt. Designit hat seine Zentrale in Aarhus, seit März 2006 ist die Design-Schmiede mit einem eigenen Büro in München vertreten. Geschäftsführer Nikolaj Hviid weiß, warum so viele Produkte mit „Macken“ in den Wohnzimmern stehen: „Die Produkte haben keine Zeit mehr zu reifen, das Design kann sich nicht in einem darwinistischen Prozess entwickeln, sondern es werden nur einzelne Aspekte gelöst, und dann kommt das Produkt auch schon auf den Markt“. Das Ergbnis sind dann beispielsweise schöne Formen, die durch minderwertige Materialien entstellt werden, oder ganz banale Dinge, wie das zu kurze Stromkabel, das von dem an der Wand aufgehängten Plasmafernseher nicht einmal bis zur Steckdose am Fußboden reicht.
Designit selbst entwickelt für zahlreiche bekannte Hersteller, darf diese jedoch meist nicht nennen. Ein öffentlicher Erfolg war die i:cons-Linie von Stelton, aus der ein USB-Stick mit dem Red-Dot-Award 2005 ausgezeichnet wurde. Form, Farbe und Funktion wurden hier zur Einheit gebracht.
Das Designbüro bediente sich schon bisher so genannter „Bluesky Pilots“, um von Anwendern zu erfahren, was sie an vorhandenen Produkten stört und wo der dringenste Verbesserungsbedarf liegt. 300 Pilots waren bislang weltweit für Designit tätig. Deren Zahl soll nun kräftig aufgestockt werden. 1 000 bis 1 500 Teilnehmer mit verschiedenen Interessensbereichen sind das Ziel allein für Deutschland, um auch bei Themen mit geringerem Interesse noch eine „kritische Masse“ zu finden. Insbesondere Händler, die professionell mit Produkten umgehen, sind dabei gefragt. Denn die bisherigen Pilots lieferten mehr emotionalen Input, in Sachen IT- und CE-Produkte soll aber auch technikbezogenes Feedback stärker berücksichtigt werden. Ebenso sei geplant, den Pilots neue Designs via Internet zur Bewertung vorzustellen. Dies sei bisher nur auf Messen geschehen, mit entsprechend hohen Kosten.
Freude am Verkaufen
Die Motivation zur Teilnahme sieht Hviid in der Befriedigung, dasss Händler später Produkte verkaufen können, an denen sie selbst mitgewirkt haben. Ansonsten werden die besten Vorschläge auch in der Pilot-Community prämiert und mit kleineren Sachpreisen honoriert. Für die Kunden von Designit, also die Hersteller von IT, sei es auf Dauer günstiger, mehr in Design zu investieren: „Produkte nachzubessern oder zurückzuholen ist über den Lebenszyklus betrachtet teurer, als von Anfang an in gutes Design zu investieren.“ Den Ärger mit den Kunden, die mit einem Produkt nicht zufrieden sind, hat aber in erster Linie der Fachhandel. „Und der ist oft genervt, nicht gehört zu werden“, weiß der dänische Designer. Deshalb möchte er Hersteller und Partner wieder enger zusammenbringen. Anmelden können sich Interessierte im Internet unter www.blueskypilots.com.










Um das Jahresendgeschäft anzukurbeln, starten Distributoren zahlreiche Weihnachtsaktionen und Incentives. Dabei spielen Gewinne und Rabatte eine große Rolle.



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