Distributoren vollziehen radikale Kurskorrektur bei Frachtkostenmodellen
Frachtfrei war gestern
![]() | |
|
Für Reseller, die bislang keine Frachtkosten zahlten, oder nur einen marginalen Beitrag dafür berappten, wird sich in Kürze einiges ändern. Denn wie die Umfrage der IT-BUSINESS unter den Distributoren ergab, sieht sich kein Grossist mehr imstande, die unter anderem durch steigende Energiepreise verursachten Frachtkosten einfach abzufedern. Fazit: Frachtkosten müssen künftig von allen bezahlt werden.
»Der Reseller wird damit rechnen müssen, dass künftig Frachtkosten die Regel und nicht die Ausnahme sein werden«, bringt es Klaus Hellmich, Vorsitzender der Actebis-Geschäftsführung auf den Punkt. »Wir sind künftig gezwungen, den realen Kostenanstieg 1:1 an den Fachhandel weiterzugeben.«
Ähnlich klare Worte sind auch seitens Tech Datas zu vernehmen: »Die Zeit ist jetzt reif für einen Wandel«, sagt Tech-Data-Geschäftsführerin Simone Frömming. »Wir müssen endlich Nägel mit Köpfen machen, wie Transportkosten in Zukunft gerecht verteilt werden können. Die Rahmenbedingungen in der Wirtschaft haben sich in den letzten Jahren signifikant geändert, und das kann nicht weiter ignoriert werden: dauerhaft frachtfrei war gestern, eine faire Umlage ist heute.«

Und auch aus Sicht von Ingram-Micro-Chef Gerhard Schulz steht die Distribution vor einer Wende: »Wir müssen sicherstellen, dass wir künftig unsere Frachtkosten in weit höherem Maße durch den Handel gedeckt bekommen«.
In die gleiche Kerbe schlägt Thomas Kasper, Head of Commercial Distribution von Also: »Wir haben uns zum Ziel gesetzt, jene Kosten, die durch uns nicht zu beeinflussen sind, verursachungsgerecht, fair und transparent an unsere Kunden weiterzugeben.«
Frachtkosten-Modelle im Umbruch
Wie die Umfrage der IT-BUSINESS weiter ergab, arbeiten derzeit alle Broadliner fieberhaft an der grundlegenden Neugestaltung ihrer Frachtkosten-Modelle. Fertig ist offenbar noch keiner damit, aber das dürfte nur mehr eine Frage von wenigen Wochen sein.
Bei der Maut-Frage gestalten sich die Antwort noch einfach: »Die angekündigte Erhöhung der LKW-Maut werden wir durchreichen und die von uns erhobenen Maut-Zuschläge anpassen«, erklärt Also-Chef Thomas Kasper. Die Kosten für die LKW-Maut weist der Straubinger Distributor separat auf der Rechnung aus. Und auch Ingram-Micro-Chef Schulz kündigt an: »Wenn die Maut-Erhöhung kommt, werden wir die Maut-Kosten sicherlich auch an den Handel weiter geben müssen.«
Wie weit die Details zu den neuen Frachtmodellen gediehen sind, lesen Sie auf der nächsten Seite.






Tech Data GmbH & Co. OHG
ALSO Deutschland GmbH
COS Distribution GmbH
Siewert & Kau Computertechnik GmbH
INGRAM MICRO Distribution GmbH
Actebis Peacock GmbH
api Computerhandels GmbH
b.com Computer AG

Die Ansage der Distributoren ist deutlich: Man werde allen Resellern die Frachtkosten auf Heller und Pfennig berechnen. Künftig gelten also für alle die gleichen Pflichten, egal ob Top-Systemhaus oder kleiner Online-Händler.




