Versand-Informationen werden ab Produktionsrampe in die Lieferkette eingespeist
Ingram Micro macht Warenfluss transparent
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Über die Logistikplattform i-Logx bei Ingram Micro haben Vertriebspartner künftig Zugriff auf logistische Informationen in Echtzeit – ab der Produktionsrampe in Asien. »Wir verringern damit das gebundene Kapital im Markt«, so Gerhard, Schulz Vorsitzender der Geschäftsführung Ingram Micro Distribution. Da ist aber nur einer der Vorteile, die in der neuen Lösung stecken.
Puristen mögen der hier angenommenen, linearen Proportionalität widersprechen, doch als Faustregel für den Alltag taugt sie allemal. »Vor fünf Jahren kamen rund 80 Prozent unserer Waren aus den USA. Heute befindet sich die Hälfte unserer Lieferanten in Asien«, macht Ingram-Micro-Geschäftsführer Gerhard Schulz die Entwicklung geografisch fest. Dieser Trend werde sich fortsetzen, mit gravierenden Folgen für den gesamten Channel. Denn angesichts der langen Lieferzeiten von durchschnittlich sechs Wochen will gut kalkuliert sein, für welche Produkte überhaupt noch Lagerbestände geführt werden können, ohne unwägbare Risiken einzugehen, weil die Ware ihren Wert schneller verliert, als sie ihren Kunden erreicht.
Idealerweise müsste der Verkauf der Produkte daher bereits zu einem Zeitpunkt erfolgen, an dem die Ware das Herkunftsland noch gar nicht verlassen hat.
Spekulationen um Lieferzeitpung, Art Anzahl der Waren im container hat ein Ende
Klingt gut, war aber bislang nicht machbar, weil keiner orten konnte, wo sich die Ware befindet, nachdem sie die Verladerampe beim Produzenten verlassen hatte. »Was in den Tagen zwischen der Bestellung der Ware und dem Zeitpunkt passiert, an dem der Wareneingang verbucht wird, konnte bislang keiner innerhalb der gesamten Lieferkette sagen«, erläutert Schulz das Problem, das Ingram Micro lösen will. »Unser Ziel ist es, die Informationslücke bei der Warenlieferung zu schließen, um künftig jederzeit sagen zu können: wo die georderte Ware aktuell ist, ob sie pünktlich oder verspätet geliefert wird, ob der komplett bestellte Umfang oder nur Teile geliefert werden und wer bei möglichen Problemen frühzeitig wie eingreifen könnte«, führt der Distributionschef weiter aus. Um die Fehllieferung nicht erst dann zu bemerken, wenn alle Pakete ausgepackt sind, muss man wissen, was tatsächlich an Bord des erwarteten Schiffes oder Lkw auf welcher Palette geladen ist.
Ingram hat die ersten Schritte auf dem Weg dorthin bereits vor rund einem Jahr getan. Seitdem besteht die Exklusivvereinbarung mit Logistikdienstleister i-Logx, dessen Supply-Chain-Management-Lösung es erlaubt, die Warenströme von der Laderampe des Lieferanten bis zum Wareneingang bei Ingram Micro zu steuern. 24 Hersteller unterstützen das Konzept bereits, in zwei Jahren sollen 80 Prozent der Lieferanten eingebunden sein. »Wir sind auf der Welt, um Ineffizienzen der Partnerschnittstellen auszugleichen und trotzdem Heterogenität zuzulassen«, beschreibt Schulz die Aufgabe. »Damit kann der Vorverkauf zeitgleich zum Auslösen der Bestellung stattfinden«. Der langfristig erhoffte Effekt ist, »so schnell zu werden wie Dell, aber mit dem Channel als unschlagbarem Multiplikator im Markt.«
Kommentar: Kleine Margen, Kreative Geister
Broadliner Ingram Micro und Tech Data liefern sich gerne ein Wettrennen, davon zeugen die Fachhandelsmessen, die in diesem Jahr binnen einer Woche stattfanden. Beim Wettrennen um Marge und Profitabilität allerdings klafft ein tiefer Graben zwischen den selbst definierten Startpositionen. Während Tech Datas Konzentration derzeit vor allem darauf ausgerichtet ist, Mittelstandspartner zu gewinnen, rüstet sich Ingram Micro, die geänderten Rahmenbedingungen in der Produktions- und Lieferkette frühzeitig und strategisch für sich zu nutzen. Vertriebsausbau und Verlagerung von Zentral- und Satellitenlagern sind dabei nur zwei Aspekte innerhalb der komplexen Strategie. Allerdings hält Tech Data im Wettbewerb mit dem Branchenprimus eine starke Trumpfkarte in der Hand: Alzan. Der Value-Added-Bereich ist bei Ingram noch verhältnismäßig klein und vor allem auf das Segment Value-Added-Software beschränkt. Azlan hat hier bereits die ganze Bandbreite an Infrastruktur-Lösungen, Hard- wie Software, anzubieten, samt Labor und Know-how.
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Fachhandelspartner von Ingram Micro können den Weg ihrer bestellten Ware ab sofort von der Produktionsrampe des Herstellers ab punktgenau verfolgen und damit ihren Endkunden verbindliche Lieferinformationen geben. Möglich wurde dieser Service durch die Anbindung des Supply-Chain-Managment-Systems i-Logx an den Online-Shop IM.Order.



