Interview mit Arques-Vorstandsvorsitzendem Michael Schumann
Was Actebis-Mutter Arques im Distributions-Markt plant
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Als Dr. Michael Schumann Anfang 2008 den Vorstandsvorsitz der Actebis-Mutter Arques übernahm, erklärte er, das Engagement in der Distributions-Branche fortführen zu wollen. Inwiefern er an diesen Plänen festhält, erklärt er im Exklusiv-Interview mit IT-BUSINESS.
Schumann: Gar nicht. Das ist ein Sonderfall. Die Actebis-Gruppe ist ein Solitär in unserem Portfolio. Wir haben sie im vergangenen Jahr von der Otto-Gruppe übernommen, als sich die gute Gelegenheit bot, diese Firma zu interessanten Konditionen zu übernehmen. Wir haben die Unternehmensgruppe übernommen, weil das Geschäftsfeld sehr interessant und profitabel ist, das Actebis-Management eine hervorragende Arbeit leistet und die Prozess- und Logistiksysteme dort state of the art oder sogar noch besser sind.
ITB: Zur Actebis-Gruppe gehört auch der TK-Distributor NT plus. Daneben hält Arques mit 60 Prozent die Mehrheitsanteile an der Distributoren-Gruppe Tiscon, das heißt einer Schwestergesellschaft der Actebis-Gruppe…
Schumann: …Als Schwester würde ich Tiscon in dieser Konstellation nicht bezeichnen. Tiscon und Actebis sind zwar beide im Marktsegment der IT-Distribution tätig, aber wir denken kurzfristig nicht über einen Zusammenschluss nach.
ITB: Das bisherige Geschäftskonzept des Arques-Konzerns sieht vor, den Konzernumsatz 2008 von derzeit rund zwei Milliarden Euro auf über sechs Milliarden Euro zu steigern. Halten Sie daran fest?
Schumann: Wenn alles läuft, wie geplant, werden die Distributionsunternehmen dieses Jahr ein paar Prozentpunkte mehr beisteuern, momentan liegt die Actebis-Gruppe, zu der ja auch NT plus zählt, über Plan, beide arbeiten hervorragend.
ITB: Was sind die Umsatz-Ziele für Actebis Peacock beziehungsweise NT plus?
Schumann: Die Zielgröße für den Arques-Konzern habe ich Ihnen genannt, wir veröffentlichen darüber hinaus keine spezifischen Werte für unsere Beteiligungen.
ITB: Halten Sie also am Ziel von über sechs Milliarden Euro Arques-Umsatz für dieses Jahr fest?
Schumann: Ja, sicher. Wir haben jetzt schon auf das Jahr hoch gerechnet 5,3 Milliarden Umsatz erreicht. Wir haben gerade zwei Unternehmen übernommen und wollen noch einige Firmen kaufen – schließlich ist das unser Geschäft. Daher sind wir überzeugt, über die Sechs-Milliarden-Euro-Grenze zu kommen.
ITB: Die Wahrscheinlichkeit, die Actebis-Gruppe noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen, liegt Ihren Aussagen zufolge bei etwa 80 Prozent. Wovon machen Sie den Zeitpunkt weiter abhängig?
Schumann: Wir sind für den Börsengang der Actebis-Gruppe bestens präpariert – der Börsenprospekt ist fertig, alle formalen Arbeiten sind getan, so dass wir im Herbst sehr schnell den Börsengang der Actebis-Gruppe realisieren könnten, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. Im Wesentlichen hängen Börsengänge ja vom Klima an den Kapitalmärkten ab, und das war bisher auf Grund der bekannten Turbulenzen nicht sehr freundlich. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte verbessern wird, und dann sind wir bestens gerüstet.
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Der Starnberger Investor und Sanierer Arques AG musste bei der Vorlage der Bilanzzahlen für 2007 einräumen, dass das aktuelle Geschäftsjahr angesichts der Finanzkrise einige Risiken bereithält. Insbesondere der Börsengang von Actebis könnte sich als Gefahr erweisen.


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