Investor will Distributionstochter noch unbedingt dieses Jahr veräußern
Arques heizt Diskussionen um Zukunft der Actebis-Gruppe und Tiscon an
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Der Starnberger Investor Arques Industries, Muttergesellschaft der beiden Distributoren-Gruppen Actebis und Tiscon, will sich künftig wieder auf sein traditionelles Geschäft konzentrieren – den Kauf und die Sanierung angeschlagener, mittelständischer Unternehmen und deren gewinnbringenden Wiederverkauf. An der Strategie hinsichtlich der Actebis-Gruppe ebenso wie für die COS-Mutter Tiscon haben sich nach der gestrigen Hauptversammlung zwei wesentliche Dinge geändert.
Auf der Hauptversammlung machte er nun jedoch deutlich, dass man die Distributionstochter, und damit die weitaus größte Beteiligung im gesamten Arques-Portfolio, noch unbedingt bis Ende des Jahres veräußern will. Klar wurde dabei auch, dass neben dem Börsengang ebenfalls ein Verkauf der Unternehmensgruppe denkbar sei.
Für die zweite Distributionstochter, die Tiscon AG, an der Arques zu 60 Prozent beteiligt ist, sind vorerst keine Änderungen in der Strategie zu erwarten. Zur Tiscon-Holding gehören die Distributoren COS Distribution und Chikara, der PC-Fertiger Topedo sowie die Online-Händler Avitos und e-Logistics. Wie ursprünglich geplant soll Tiscon künftig neben organischem Wachstum weitere Unternehmen akquirieren, die sich »in einer Umbruch-Situation« befinden, also eher sanierungsbedürftig sind und damit auch der traditionellen Arques-Klientel entsprechen.
Für die Aktionäre soll es in diesem Jahr außerdem keine Dividenden geben. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen, der im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftet wurde (140,5 Millionen Euro ), soll statt dessen auf neue Rechnung vorgetragen werden.
In der Arques-Bilanz 2007 schlug vor allem die Pleite des Druckunternehmens Arquana mit einem Verlust von 44,8 Millionen Euro kräftig zu Buche. Zudem sei der Wert der Beteiligungen (Net Asset Values) mit insgesamt 540 Millionen Euro sehr niedrig bewertet (im Vorjahr lag dieser Wert noch 23 Prozent höher, bei 705 Millionen Euro). Das gelte insbesondere für die Actebis-Gruppe, die derzeit mit rund 253 Millionen Euro bewertet wird. Die Börsenbewertungen vergleichbarer Unternehmen seien zurückgegangen, was die Arques bei der Berechnung dieses Beteiligungswertes berücksichtigt habe, so die Begründung.
Der Umsatz des Investors betrug im ersten Quartal dieses Jahres 1,35 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern sank auf 15,3 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 27,7 Millionen Euro)
Der Arques-Vorstand zeigte sich dennoch zuversichtlich, das für dieses Jahr angepeilten Umsatzziel von 6,1 Milliarden Euro und einen Ertrag (EBITDA) von 275 Millionen Euro zu erreichen – immer vorausgesetzt, dass die Actebis-Gruppe auch tatsächlich bis zum Ende dieses Jahres an die Börse gehen oder veräußert werden kann.
Actebis Peacock GmbH
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Arques-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Schumann und Tiscon-Chef Michael Krings erläutern die Pläne für die COS- und Chikara-Mutter Tiscon.



