European Wholesale Group löst sich auf
Mission erfüllt – die Distributoren-Allianz EWG hat ausgedient
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Knapp sechs Jahre hielt die strategische Zusammenarbeit der drei europäischen Distributoren Also, Copaco und Esprinet. Jetzt wird sie aufgelöst. »Alle drei haben heute selbst die kritische Größe erreicht«, heißt es zur Begründung. Angesichts dessen stehen die Expansionsbestrebungen der einzelnen Mitglieder einer Zusammenarbeit unter dem gemeinsamen Dach entgegen.
Die Ziele lauteten: profitables Wachstum für alle Mitglieder, Austausch von Erfahrungen und Prozessen und die geografische Expansion. Nicht zuletzt galt es aber auch, für große A-Brand-Hersteller unverzichtbarer Partner zu bleiben. Das galt insbesondere 2002 mit Blick auf Hersteller Hewlett-Packard, der zu diesem Zeitpunkt sein gesamtes Distributionskonzept auf den Prüfstand stellte und einige rein lokal agierende Partnerschaften, beispielsweise mit Adiva und Tim, auflöste. HP war denn auch der erste Lieferant, mit dem die EWG ein europäisches Abkommen schloss. Im Jahr 2004 folgte Fujitsu Siemens Computers, ein Jahr später Canon Europe. Die dem Aufsichtsratsvorsitz vergleichbare Funktion des EWG-Chairman hatte während all der Jahre Alex Sozonoff inne, Gründungsmitglied der EWG und vormals Vice President Customer Advocacy bei Hewlett-Packard.
»Als wir die EWG starteten, war jedes Mitglied eine lokale Größe, nun ist aber jeder einzelnen Allianzpartner zu einem multinationalen Distributionsunternehmen herangewachsen un hat so selbst die kritische Größe erreicht, um die europaweiten Ziele der wichtigsten Hersteller effizient realisieren zu können. Das Modell hat sich also sehr bewährt für den ursprünglichen Zweck, das Potenzial ist aber nun ausgeschöpft«, so Weissmann. »Natürlich hätten wir an der EWG festhalten können, aber Nutzen und Aufwand müssen im Verhältnis stehen. Da nun Ziele erreicht sind, ergibt die EWG aber für keinen mehr einen Zusatznutzen. Wir sind in der Branche alle gehalten, Prozesse immer wieder zu optimieren – das bedeutet eben auch, alte Zöpfe einmal abzuschneiden.«
Gemeinsam schneller als der Markt gewachsen
Zuletzt war die Distributoren-Allianz in 16 europäischen Ländern aktiv und galt in sieben von ihnen als Nummer eins unter den IT-Distributoren. In einem Markt, der seit 2002 wertmäßig höchstens 10 bis 15 Prozent wuchs, konnte die EWG ihre Größe durch einen Mix aus organischem Wachstum, neuen Partnern sowie Akquisitionen von ursprünglich 2,5 Milliarden Euro auf 6,1 Milliarden Euro mehr als verdreifachen.
Der Großteil dieses Umsatzwachstums resultierte aus den Zukäufen einzelner Mitglieder. So wurde Ex-EWG-Mitglied GNT Mitte 2006 von Also übernommen, Esprinet avancierte durch die Akquise von UMD zur Nummer eins im spanischen Distributionsmarkt und baute durch die Übernahme von Actebis Italien die Position in Italien aus. Das niederländische EWG-Mitglied Copaco schnappte sich den belgischen Distributor Westcase und trug so ebenfalls zum insgesamt 16-prozentigen, auf Zukäufen basierenden Wachstum der EWG-Grupppe bei. Aus eigener Kraft wuchs die Allianz um etwa acht Prozent.
»Ich bin sehr stolz auf den Erfolg der EWG«, sagt Sozonoff rückblickend. »Unsere Strategie, Wachstum entlang der vier Dimensionen – strategische Partnerschaften, neue Kundensegmente, neue Produktkategorien und Geographie – zu realisieren, war sehr erfolgreich. Am meisten freut mich, dass unsere strategischen Partner, die Kunden und die Allianzpartner gleichsam von der EWG profitieren konnten.«






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Akquisitionen und eigenes Wachstum bescherten der Europäischen Wholesale Group (EWG) 2006 ein Umsatzplus von 24 Prozent. Damit kletterte der konsolidierte Nettoumsatz der Distributoren-Allianz auf 5,7 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr will man auf Platz zwei unter den europäischen IT-Distributoren vorrücken. Ein ehrgeiziges, aber mit Blick auf die bisherige Entwicklung, durchaus erreichbares Ziel.



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