Mehrheitsanteile übernommen
Arques angelt sich Siemens Home and Office Communications
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Zum 1. Oktober wird der Starnberger Investor Arques Industries 80,2 Prozent der Anteile der Siemens Home and Office Communications (SHC) übernehmen. Der SHC-Hauptsitz in München wie auch die Niederlassung in Bocholt sollen erhalten bleiben. Geld sei bei dem Deal nicht geflossen, da es sich um ein Joint-Venture handle. Zu Arques gehören unter anderem die Distributoren Actebis sowie die Mehrheitsanteile der COS-Mutter Tiscon.
Siemens wiederum hat erst vor wenigen Tagen die Mehrheitsanteile der Netzwerksparte Enterprise Communication (SEN) an den Investor Gores Group verkauft, um sich künftig komplett auf das Kerngeschäft in den Bereichen Energie, Industrie und Gesundheitswesen zu konzentrieren. »Mit SHC hat Siemens nun konsequenterweise den letzten Teil der Kommunikationstechnik verkauft«, erklärt Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser.
SHC beschäftigt derzeit rund 2.100 Mitarbeiter in 17 Ländern und vertreibt seine Produkte in rund 70 Ländern. Größter Standort ist mit 1.400 Mitarbeitern die Fertigungsstätte in Bocholt. Das Unternehmen erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 792 Millionen Euro bei einem Vorsteuerergebnis von 13 Millionen Euro. Zwei Drittel der SHC-Umsätze stammen aus dem Geschäft mit Gigaset-Schnurlostelefonen. »Bei der Auswahl des Partners für SHC waren uns standort- und beschäftigungssichernde Maßnahmen besonders wichtig«, sagt Kaeser.
Standorte drei Jahre erhalten
Die Übernahmevereinbarung beider Unternehmen sieht vor, dass Arques die SHC-Standorte in München und Bocholt drei Jahre lang erhalten wird. Einschnitte beim Personal seien nicht geplant, erklärte Schumann. Der SHC-Hauptsitz soll in München bleiben. »Siemens hat bei den Verhandlungen starken Wert darauf gelegt, dass wir den Mitarbeitern eine gute Perspektive in einem starken Unternehmen mit Zukunft bieten«, so der Arques-Chef.
Unter dem neuen Eigner soll SHC seine Position als Marktführer im Premium-Preissegment ausbauen. Das Produktportfolio werde man künftig prüfen, und sich auf margenstarkes Geschäft fokussieren. »Wir sehen insbesondere in den Bereichen Schnurlostelefone, Voice over IP und Breitband noch sehr gute Wachstumschancen, die wir durch Innovationen nutzen können«, erklärte Schumann. Beim dritten Segment – dem Wimax-Geschäft – zeigte er sich weniger zuversichtlich, »diesen Bereich müssen wir noch weiter gehend analysieren«. Zudem soll das internationale Geschäft ausgebaut werden.
Arques will kräftig in die Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Deutschland und Polen investieren. Der Investor kann dazu die für die kommenden zwei Jahre die Siemens-, wie Gigaset-Marke weiter nutzen. Finanzieren will man diese Investitionen aus eigener Tasche sowie aus dem operativen Geschäft der SHC heraus. Siemens bringt zudem 50 Millionen Euro Cash mit in die Ehe ein.
Sollte binnen der nächsten 24 Monate absehbar sein, dass sich das Geschäft nicht wie erwartet entwickelt, hat sich Siemens dazu verpflichtet, 20 Millionen Euro als Darlehen für die Liquiditätssicherung bereits zustellen.
Welche Auswirkungen die Übernahme auf das SHC-Management hat, lesen Sie auf der nächsten Seite.










James R. O’Neill wird Chief Executive Officer von Siemens Enterprise Communications. Das gaben die Gores Group und die Siemens AG heute bekannt. Gleichzeitig landet eine 80-Prozent-Beteiligung an SHC bei Arques. Sie wird künftig als Gigaset Communications GmbH geführt.



