Distributor und Dienstleister für die Leo-PCs gerät ins Trudeln
Gigachip geht im Fahrwasser von Leo in die Insolvenz
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Am Donnerstag hat auch die Gigachip Großhandels GmbH beim Amtsgericht Offenburg Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen mit Sitz in Appenweier und einer Niederlassung in Dessau fertigt im Auftrag von Leo die Consumer-Marke Piranha, wickelte die Gewährleistungsfälle ab und ist zudem als Komponenten-Distributor tätig.
Gigachip wickelt seit 2004 Garantie-, Gewährleistungs- und Service-Fälle für die Leo-Consumer-Marke Prianha ab und ist zudem Distributor für ergänzende Zubehör- und Komponenten-Produkte. Die Geschäftsführung des Unternehmens hatte vor etwa einem halben Jahr Rico Siefermann übernommen, der seit Mitte August auch die Geschäftsführung von Leo innehat.
Geschäftsbetrieb bei Gigachip läuft weiter
»Bis Ende Oktober wird der Geschäftsbetrieb bei Gigachip unverändert und vollständig mit allen rund 20 Mitarbeitern an den Standorten Appenweier und Dessau aufrecht erhalten«, erklärte Insolvenzverwalter Stefano Buck gegenüber IT-BUSINESS. Die Mehrheit der Mitarbeiter ist nicht am Stammsitz in Appenweier-Urloffen, sondern in der Niederlassung Dessau beschäftigt. Für Leo-Kunden und -Partner bedeutet das, dass auch Garantie-, Gewährleistungs- und Service-Aufträge wie bisher abgewickelt werden. Gleiches gilt auch für die Distributionssparte.
»Wir gehen davon aus, dass voraussichtlich Anfang November mit einer Entscheidung des Amtsgerichts über die mögliche Eröffnung des Insolvenzverfahrens gerechnet werden kann«, fügte Buck hinzu.
Ursache für die Schieflage
Ob das Geschäftsmodell von Gigachip profitabel war und ob es sich langfristig aufrechterhalten lässt, darüber konnte der Insolvenzverwalter zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Auskunft geben. »Ich sichte gerade die Unterlagen und werde am Mittwoch vor Ort in Dessau die Lage sondieren«, sagte Buck.
Die Insolvenz von Gigachip jedenfalls war bedingt durch die Schieflage des Hauptkunden Leo. »Seitens Leo stehen noch erhebliche Forderungen gegenüber Gigachip aus, die Leo bislang gestundet hat. Im Zuge des Insolvenzverfahrens mussten diese jetzt geltend gemacht werden«, so Buck. Es handele sich um einen sechsstelligen Euro-Betrag.
Zur Vorgeschichte von Gigachip
Im Juni 2004 hatte der damalige Leo-Chef Torsten Duffner die Geschäfte der Gigachip Großhandels GmbH übernommen und war damit nach vierjähriger Pause wieder in das Distributionsgeschäft eingestiegen.
Die Gigachip Großhandels GmbH bestand bereits seit November 2003. Gegründet wurde das auf den Handel mit Komponenten spezialisierte Unternehmen von Christian Pogoda, Gesellschafter der Pyramid Computer GmbH und ehemaliger Geschäftsführer der Pilot GmbH, die im September 2002 von api übernommen wurde. Im Juni 2004 verkaufte Pogoda die Gigachip an Torsten Duffner, Geschäftsführer des PC- und Server-Herstellers Leo. Im Zuge der Übernahme wurde der Sitz der Gigachip von Freiburg nach Appenweier-Urloffen verlegt und das Geschäftskonzept komplett überarbeitet.
Duffner plante mit dem neu erworbenen Unternehmen einen Komponentenhandel im ganz kleinen Stil. Beliefert wurden zum einen Leo-Fachhandelskunden mit Speichermodulen und Speicherkarten. Über Gigachip wurden außerdem Zubehörprodukte verschiedener A-Brand-Hersteller sowie unter dem Eigenmarken-Label Piranha verkauft – beispielsweise Memory-Sticks und Flash-Cards.
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Für den Appenweierer PC-Fertiger Leo kommt es gerade knüppeldick. Nicht nur, dass das vor 16 Jahren gegründete Unternehmen am 7. August wegen drohender Zahlungsunfähgikeit Insolvenz beim Offenburger Amtsgericht anmelden musste, es laufen außerdem seit dem 8. August Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschung. Der leitende Staatsanwalt äußerte sich heute gegenüber IT-BUSINESS.



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