Insolvente Krystaltech Lnyx wird abgewickelt
Endgültiges Aus für KLE
Weggepackt. Mit Krystaltech Lynx hat die Distributions- und Herstellerlandschaft hierzulande einen großen Namen verloren.
Das Ende kam schneller als befürchtet. Als der Reutlinger Hersteller und Distributor Krystaltech Lynx (KLE) im Juli Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellte, reagierte die Branche überrascht, doch hielten Insolvenzverwalter und Beobachter ein Weiterleben des Unternehmens – zumindest in Teilen – für möglich.
Geglückt sind diese Bemühungen allerdings nur für die Eigenmarke „Lynx“. Die Sparte ging Anfang Oktober an die Transtec-Tochter Triplestor. Ein Teil der Lynx-Belegschaft aus den Bereichen Entwicklung, Vertrieb und Service zog nach der Übernahme in das Firmengebäude des Storage-Distributors nach Tübingen um. Von hier aus soll das Geschäft mit den PC-, Server- und Storage-Systemen unverändert weiterlaufen, ebenso das Partnerprogramm Lnyx More IQ. Jochen Fries, der schon im Hause KLE diesen Bereich verantwortete, wurde zum Geschäftsführer ernannt.
Keine Chance mehr
Für alle anderen KLE-Zweige gab es jedoch auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Oktober keine Chance mehr: Die Niederlassungen in Spanien und Frankreich wurden geschlossen. Das gleiche Schicksal ereilte die Distributionssparte – die mit Abstand größte innerhalb des Unternehmens. Auch für die Marke Cebop, unter der preisattraktive Rechner und CE-Produkte wie beispielsweise MP3-Player vermarktet wurden, konnte sich kein Interessent erwärmen.
Operativ lief schon seit August nichts mehr, es wurde lediglich noch Lagerware abverkauft, aber keine Ware mehr bezogen. „Garantie- und RMA-Fälle haben wir sofort wieder an den Adressaten zurückgesendet“, erklärt Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Frank.
Ungelöste RMA-Fälle
Fachhandelspartner, die kurz vor der Insolvenz noch Geräte zur Reparatur an die Adresse der KLE sendeten, stellt sich die Lage vertrackter dar. Denn offenbar haben einige Reparaturdienstleister, die gegenüber KLE noch offene Forderungen hatten, die Ware einfach einbehalten – auch wenn rechtlich gesehen der Eigentumsvorbehalt nicht geltend gemacht werden kann.
Diese leidige Erfahrung musste ein Partner machen, der Ende Juni, also knapp einen Monat bevor KLE den Insolvenzantrag stellte, einen defekten DAT-Streamer an die Lynx Conmputerperipherie zur Garantie-Reparatur gab und seitdem über den Verbleib des Geräts nur kryptische Auskünfte erhalten hat. Der Weg führte über die Krystaltech California Branch mit Sitz im US-Bundesstaat Californien, mit dessen Namen, aber als eigenständiges Unternehmen, KLE in Deutschland einst gestartet war. Bei Krystaltech California fühlt sich aber keiner für das Problem zuständig. „In Fällen wie diesem haben die Kunden nur die Chance, über Schadensersatzforderungen gegenüber dem Reparaturdienstleister wieder zu ihrem Recht zu kommen“, so Frank. Bestimmte RMA- und Garantiefälle haben inzwischen andere Distributoren übernommen (siehe Kasten).
Keine Schadenfreude
Selbst aus Sicht der Wettbewerber war die KLE-Pleite alles andere als eine frohe Botschaft. „Klar haben wir derzeit auch zusätzlichen Wind in den Segeln, weil andere gestolpert sind oder an ihren großen Konzepten scheiterten. Aber zunächst einmal hat das im Fachhandel auch zur Verunsicherung gegenüber den B-Brands generell geführt“, erklärt Wortmann-Aufsichtsratsmitglied Robin Wittland.
Ein stabiler, seriöser Wettbewerber, wie es KLE lange Zeit war, ist vielen Anbietern allemal lieber.Wrb









Nach der Pleite von Krystaltech Lynx ist die Marke Lynx beim Tübinger Hersteller Transtec untergeschlüpft. Dort soll das Fachhandelsgeschäft auf neue Füße gestellt werden.



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