Schuldspruch gegen Vatas am ersten Verhandlungstag
Kurzer Prozess für Lars Windhorst
Aufs falsche Pferd gesetzt
Leider gab es auch hier die Situation, dass die plötzlich fallenden Aktienkurse das geplante gute Geschäft störten. Vatas nahm die Anteile nicht ab, die Vereinbarungen der NordLB mit den zwischengeschalteten Auftraggebern waren so löchrig, dass auch diese die Anteile nicht kaufen mussten, und so stieg die NordLB unfreiwillig zum Balda-Großaktionär auf. Die beteiligten Aktienhändler wurden von der Bank gefeuert.
Bei der Hauptversammlung diese Woche nutzte die Bank ihr Stimmrecht, um zusammen mit Audley zu verhindern, dass Windhorst, der mit der Vatas-Muttergesellschaft Sapinda immerhin über 8,4 Prozent der Anteile gebietet, seinem Anwalt Michael Naschke einen Platz im Aufsichtsrat verschafft. Der Hedge-Fonds Audley Capitals besitzt derzeit 10,5 Prozent an der strauchelnden Balda AG und bezeichnete den Windhorst-Kandidaten als »völlig unakzeptabel«.
Auch andere Beteiligungen brachten dieses Jahr schon herbe Verluste. Gleich in mehreren Fällen hatte Windhorst größere Aktienpakete gekauft und auf schnell steigende Kurse spekuliert. Doch die Kredit- und Finanzkrise ließ die Börsenkurse weltweit in den Keller rauschen.
Viel Geld vernichtet
So war Vatas im Januar bei der Fluglinie Air Berlin eingestiegen – nur eine Woche, nachdem Lars Windhorst bei einem Flugzeugunglück in Kasachstan schwer verletzt wurde. Drei Monate später wurden die Aktien – 16,5 Prozent des Unternehmens – wieder verkauft. Der Kurs war inzwischen um 38 Prozent eingebrochen. In derselben Woche hatte sich Vatas auch bei Freenet zurückgezogen, zwölf Monate nach dem Kauf von 22,1 Prozent der Aktien. Dort war der Kurs binnen Jahresfrist um 43 Prozent zurückgegangen. Die Börsianer feierten den Ausstieg von Vatas als »Befreiungsschlag«, was sich für Freenet in einem Kursplus von fünf Prozent manifestierte. Insgesamt sollen die Engagements bei Freenet, Air Berlin und Balda 250 Millionen Euro Verlust für Vatas eingebracht haben.
Dann hatte im März 2008 auch noch das Landgericht Hamburg in einer Einstweiligen Verfügung festgestellt, dass die Berliner Vatas Holding GmbH ihren Namen zu Unrecht führe – eine Anlageberatung in Hamburg hat die älteren Namensrechte. Vatas Berlin sollte demnach ihren Namen sofort ändern. Dass sie das nicht tat, brachte ihr erneut ein Verfahren ein, das am 8. August verhandelt werden sollte. Erst durch die außergerichtliche Verpflichtung, eine Vertragsstrafe zu zahlen, konnte die Windhorst-Company eine weitere Verurteilung vermeiden. Das Hauptsacheverfahren sowie die Berufung gegen die Einstweilige Verfügung, die die Hamburger Vatas Anlageberatung GmbH erwirkt hatte, stehen aber noch aus.
Lesen Sie auf Seite 3, warum Lars Windhorst nun privater Ärger droht.

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Die von Lars Windhorst geleitete Firma, bislang unter dem Namen Vatas Holding bekannt, muss ihren Namen nun wohl doch ablegen. Nach einer einstweiligen Verfügung vom März und der Hauptverhandlung am vergangenen Donnerstag vor dem Landgericht Hamburg muss Windhorst damit rechnen, verurteilt zu werden, den Namen Vatas zu löschen. Der Richter hat ihm allerdings fünf Wochen Aufschub gewährt, um sich mit der Klägerin, der Vatas Anlageberatung in Hamburg, außergerichtlich zu einigen.



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