Erneute Niederlage vor Gericht droht
Lars Windhorst muss Abschied nehmen von Vatas
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Die von Lars Windhorst geleitete Firma, bislang unter dem Namen Vatas Holding bekannt, muss ihren Namen nun wohl doch ablegen. Nach einer einstweiligen Verfügung vom März und der Hauptverhandlung am vergangenen Donnerstag vor dem Landgericht Hamburg muss Windhorst damit rechnen, verurteilt zu werden, den Namen Vatas zu löschen. Der Richter hat ihm allerdings fünf Wochen Aufschub gewährt, um sich mit der Klägerin, der Vatas Anlageberatung in Hamburg, außergerichtlich zu einigen.
Im März klagte die Hamburger Vatas gegen Windhorst und konnte auch eine einstweilige Verfügung erwirken. Doch die wurde von den Berlinern missachtet, obwohl die Einlegung der Berufung gegen die einstweilige Verfügung keine aufschiebende Wirkung hatte. Ein im Sommer eingereichter Bestrafungsantrag wurde von der Hamburger Vatas zurückgezogen, nachdem die Berliner Vatas die Zahlung einer Vertragsstrafe akzeptierte.
Klare Richter-Worte
Am 29. Oktober fand nun die Hauptverhandlung in dem Namensstreit vor dem Landgericht Hamburg statt (Az. 315 O 278/08). Nach Angaben des Anwalts der Hamburger Vatas Anlageberatung, Andreas Schulte, hat der Vorsitzende Richter Schneider in der Verhandlung deutlich gemacht, dass die Kammer ihre Bewertung des Falls nicht geändert hat, seit die Einstweilige Verfügung erlassen wurde. So droht dem Unternehmen von Lars Windhorst nun ein Urteil zur Löschung des Namens und zum Schadensersatz, außerdem müsste das Unternehmen alle anfallenden Verfahrenskosten tragen, teilte Rechtsanwalt Schulte mit.
Allerdings wurde die Verkündung des Urteils noch zurückgestellt. Diese soll nun erst am 11. Dezember 2008 erfolgen – falls es bis dahin nicht eine außergerichtliche Einigung gibt. Die gegen die Einstweilige Verfügung anhängige Berufungsverhandlung, die vor dem Oberlandesgericht Hamburg anhängig ist, werde ebenfalls »nicht in nächster Zeit« verhandelt.
Unklar ist, warum die Windhorst-Company unbedingt unter dem Namen Vatas operieren will. Geldgeber ist der Londoner Investmentbanker Robert Hersov, der die Sapina-Gruppe aufgebaut hat. Die Vatas Holding GmbH wird von der Sapina Beteiligungs-KG gehalten, die wiederum von der Sapinda Verwaltungs-GmbH kontrolliert wird, einer Tochter der Sapina International Ltd., London.
Landesbank klagt auch
Inzwischen hat auch die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) Klage gegen die Berliner Vatas eingereicht. Diese habe bei ihr Aktien geordert, diese aber nicht abgenommen. Dadurch sei ein Schaden von 150 Millionen Euro entstanden, den die Nord/LB ersetzt haben will. Diese Summe nannte die Bank allerdings vor dem jüngsten Crash der Börsen. Die seitdem stark gefallenen Kurse könnten die Schadenssumme noch weiter nach oben treiben.
Mehr als 40 Millionen Euro Schaden macht die österreichische Bank Hypo Group Alpe Adria geltend, eine Tochter der Bayerischen Landesbank. Während die Lage in Sachen Nord/LB sehr verzwickt ist, da offenbar nicht klar ist, ob rechtsgültige Aufträge erteilt worden sind, behauptet das österreichische Institut, eine schriftliche Abnahmeverpflichtung vorliegen zu haben.
Viel Geld vernichtet
Offensichtlich hat Lars Windhorst sein glückliches Händchen, mit dem er zu Dotcom-Zeiten zum Wirtschafts-Wunderkind aufgestiegen war, verloren. So war Vatas im Januar bei der Fluglinie Air Berlin eingestiegen – nur eine Woche, nachdem Lars Windhorst bei einem Flugzeugunglück in Kasachstan schwer verletzt wurde. Drei Monate später wurden die Aktien – 16,5 Prozent des Unternehmens – wieder verkauft. Der Kurs war inzwischen um 38 Prozent eingebrochen. In derselben Woche hatte sich Vatas auch bei Freenet zurückgezogen, zwölf Monate nach dem Kauf von 22,1 Prozent der Aktien. Dort war der Kurs binnen Jahresfrist um 43 Prozent zurückgegangen.
Balda, Curanum und Remote MDx sind weitere Firmen, deren Aktien Windhorst kaufte oder zumindest bestellte und deren Kurse inzwischen massiv eingebrochen sind. Insgesamt sollen allein die Engagements bei Freenet, Air Berlin und Balda 250 Millionen Euro Verlust für Vatas eingebracht haben.

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Da staunte Lars Windhorst, das ehemalige Wunderkind der deutschen Internet-Wirtschaft, nicht schlecht. Statt der in Wirtschaftsprozessen üblichen juristischen Geplänkel, die den Prozessverlauf in die Länge ziehen, kam das Landgericht Berlin gleich am Eröffnungstag zum Urteil: Seine Firma Vatas muss zahlen.


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